Die Connectivity Standards Alliance hat Matter 1.6 veröffentlicht. Anders als frühere Versionen, die vor allem neue Gerätekategorien eingeführt haben, konzentriert sich dieses Update auf etwas, das Nutzer schon lange beschäftigt: Wie macht man die tägliche Nutzung einfacher – besonders wenn man mehrere Plattformen gleichzeitig betreibt?

Einrichtung per NFC: Einfacher geht’s kaum

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die vollständige Geräteeinrichtung per NFC. Bislang konnte ein NFC-Tag zwar die Anmeldedaten übermitteln, für den eigentlichen Einrichtungsvorgang war danach aber weiterhin Bluetooth nötig. Mit Matter 1.6 läuft der komplette Austausch über NFC – das iPhone oder Android-Gerät muss dafür lediglich an das neue Gerät gehalten werden.

Besonders praktisch: Die Einrichtung soll sogar möglich sein, bevor das Zubehör vollständig mit Strom versorgt wird. Eine Lampe könnte damit bereits vor dem Einschrauben eingerichtet werden, ein Unterputzschalter vor dem Anschluss ans Stromnetz. Wer schon mal eine Einbaulampe an der Decke halten und gleichzeitig das Smartphone bedienen musste, weiß, wie willkommen das ist.

Joint Fabric: Alexa, Google und Apple teilen sich ein Netzwerk

Noch spannender ist das neue Konzept „Joint Fabric“. Es richtet sich an Haushalte, in denen mehrere Smart-Home-Plattformen parallel laufen – also der typische Alltag für viele Matter-Nutzer.

Bislang musste ein neues Gerät für jede Plattform einzeln eingerichtet oder nachträglich freigegeben werden. Mit Joint Fabric können Apple Home, Alexa, Google Home und andere berechtigte Steuerzentralen künftig dasselbe Matter-Netzwerk gemeinsam verwalten. Wird ein Gerät einmal dem gemeinsamen Netzwerk hinzugefügt, steht es automatisch allen beteiligten Plattformen zur Verfügung. Administratoren lassen sich unabhängig von den Geräten hinzufügen oder entfernen – praktisch etwa bei vermieteten Wohnungen oder beim Wechsel der Plattform.

Thermostate und Sensoren werden klüger

Matter 1.6 bringt auch Verbesserungen für Thermostate: Plattformen können künftig zeitlich begrenzte Vorschläge senden, die das Thermostat mit seinen eigenen Einstellungen abgleicht. Eine Automation überschreibt damit nicht mehr ungewollt eine manuell geänderte Temperatur oder ein laufendes Energiesparprogramm.

Sensoren können außerdem eine Ereignishistorie bereitstellen. Rauch- und Kohlenmonoxidmelder melden künftig auch, wenn sie aus ihrer Halterung entfernt wurden – ein kleines, aber wichtiges Sicherheitsfeature.

Was noch fehlt: Die Umsetzung durch die Plattformen

Die Veröffentlichung des Standards bedeutet noch nicht, dass Joint Fabric oder die NFC-Einrichtung sofort in Apple Home, Alexa oder Google Home verfügbar sind. Das liegt an den Plattformbetreibern, die den neuen Standard erst implementieren müssen. Wann das jeweils passiert, kommunizieren die großen Anbieter erfahrungsgemäß wenig transparent.

Matter 1.6 ist ein solides Update ohne große Versprechen – aber mit echtem Nutzwert. Weniger Aufwand bei der Einrichtung und ein gemeinsames Netzwerk für mehrere Plattformen sind genau die Baustellen, die viele Nutzer schon länger beschäftigen.